AÜG-Reform – Zeitarbeit auf ihre Kernfunktionen reduzieren?

Die AÜG-Reform wird weiterhin heiß diskutiert. Weder Arbeitgeberverbände noch Gewerkschaften oder auch die Politik ist richtig zufrieden mit dem Entwurf, welcher vor etwa 3 Jahren auf Basis des Koalitionsvertrages von CDU/CSU und SPD entwickelt wurde. Auch wenn wir die Ansätze der Regierung begrüßen und mit der Intention einen fairen Lohn zu zahlen, sollten die Kritiken nicht ungehört bleiben. Als ganzheitlicher Personaldienstleister sind wir auf alle Eventualitäten vorbereitet und implementieren bereits jetzt effektive Lösungswege, um die möglichen Änderungen durch die AÜG-Reform gewinnbringend für unsere Kunden und Mitarbeiter einzusetzen.

Die letzte Debatte brachte nur wenig neues mit sich. Während Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) blieb ihrer Position treu. Es sei Ihr Ziel die Zeitarbeit und Werkverträge so zu regulieren, dass die Zeitarbeit auf Ihre Kernfunktion reduziert wird und Missbrauch Einhalt geboten werden kann. Zu erreichen sei dies mit einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten und Equal Pay nach 9 Monaten. Noch immer ist nicht genau definiert, was Equal Pay in diesem Zusammenhang bedeutet. Spielraum wird den Zeitarbeitsfirmen, Personaldienstleistern und Arbeitgebern durch „Öffnungsklauseln“ gegeben.

Selbstverständlich kann Zeitarbeit viel mehr sein, als diese „Kernfunktion“. Sie ist ein effektives Werkzeug für Unternehmen, das Flexibilität und Erfolg ermöglicht. Auch Arbeitnehmer profitieren von Sicherheit,  Klebeeffekten und mehr. Der Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), reagierte auf die erste Lesung zur Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes mit den Worten: „Diese Debatte hat einmal mehr gezeigt, dass die AÜG-Reform völlig überflüssig ist.“ Es ist sein Ziel auf eine „ertragliche Lösung“ hinzuarbeiten. Die Politik geht ihm entgegen. Mehrere Regeln des AÜG sollen in den Ausschussberatungen auf den Prüfstand kommen.

Auch Dr. Martin Dreyer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) äußerte sich zur AÜG-Reform: „Es kann nicht angehen, dass man einerseits Equal Pay nicht definiert und damit vieles im Unklaren lässt, andererseits aber bei Verstoß hohe Bußgelder und den Entzug der Erlaubnis androht“ Hier besteht Aufholbedarf.

Mit einem Inkrafttreten der Reform ist zum 1. Januar 2017 zu rechnen.

 

 

Weiterführende Informationen zur AÜG-Reform:

DAHMEN Personalservice GmbHAÜG-Reform – Zeitarbeit auf ihre Kernfunktionen reduzieren?