Mindestlohn – Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt

Mindestlohn – Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt

Leistung verdient eine gerechte Entlohnung. Mit dem Mindestlohn tritt ab dem 1. Januar 2015 ein Gesetz in Kraft, das den Wert geleisteter Arbeit unterstreicht und einen Schritt hin zu fairen Löhnen in Deutschland macht. Der Gesetzesentwurf der Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) könnte im Juli endgültig verabschiedet werden und verspricht einen sozialen Fortschritt, dessen Folgen jedoch auch Arbeitnehmer negativ treffen könnten.

Als Personaldienstleister in der Zeit- und Leiharbeit bildet DAHMEN die Brücke zwischen unseren Mitarbeitern und Unternehmen. DAHMEN vertritt Arbeitnehmer, vermittelt Stellen und trägt zur Karriere und beruflichen Entwicklung bei. Der Mindestlohn sichert eine faire Entlohnung, unabhängig von Qualifikationen, birgt aber auch Risiken. Steigende Kosten in der Personalplanung verändern die Situation am Arbeitsmarkt und stellen Unternehmen vor eine große Herausforderung. Neue Strategien und Lösungen müssen geschaffen werden, die die Vorteile des Mindestlohns für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausbauen. Ein Balanceakt, der in der Zeitarbeit bereits gekonnt umgesetzt wird.

Mit dem Mindestlohn zieht die Regierung nach und führt flächendeckend die Vorteile ein, die in der Zeitarbeit bereits zu Teilen in Tarifverträgen geregelt sind. Dennoch bleiben viele Fragen zum gesetzlichen Mindestlohn offen, die die Wirtschaftlichkeit von deutschen Unternehmen bedrohen – eine Tatsache, die auch Arbeitnehmer betrifft.

Wer hat Angst vorm Mindestlohn?

Deutschland ist eine der wirtschaftlichen Großmächte Europas und konnte sich während der Schuldenkrise immer wieder behaupten. Stabiles Wachstum und Exportrekorde zeigen, wie Konkurrenzfähig die deutsche Wirtschaft momentan ist. Während Südeuropa über hohe Arbeitslosenzahlen klagt, ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf einen Tiefstand gesunken – man spricht sogar vom „Deutschen Jobwunder“. Der Mindestlohn droht in diese Situation einzugreifen und am starken Fundament des Arbeitsmarktes zu rütteln.

Einige Branchen, wie das Friseurhandwerk, können sich noch bis Ende 2016 vor dem Mindestlohn „drücken“. Es gilt eine zweijährige Übergangsfrist, wenn bereits per Tarifvertrag eine Lohnuntergrenze festgelegt ist. Ab dem 1. Januar 2017 gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro, mit wenigen Ausnahmen, flächendeckend für ganz Deutschland. Als Teil des Tarifautonomiegesetzes zielt der gesetzliche Mindestlohn darauf ab Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern und Tarifverträge zu stärken. Mit dem Beschluss des Mindestlohns greift die Regierung in die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes ein und setzt eine Regelung durch, die die Personalplanung aktiv beeinflusst.

Der Mindestlohn von 8,50 Euro schließt die Lücke zu den bestehenden Tarifverträgen. Nur circa 10 Prozent der Arbeitnehmer aus 4.750 Vergütungsgruppen aus 40 Branchen, beziehen Stundenlöhne die diesen Betrag unterschreiten. 2015 können dennoch rund fünf Millionen Arbeitnehmer mit einer Lohnerhöhung rechnen. Vor allem kleinere Unternehmen und einige Branchen erwarten negative Folgen durch den Gesetzesentwurf. Diese Angst will die Regierung durch klare Einschränkungen zurückdrängen.

Folgende Personengruppen sind vom Mindestlohn ausgeschlossen:

  • Auszubildende
  • Jugendliche – Unter 18 Jahren & ohne Berufsabschluss
  • Ehrenamtliche
  • Praktikanten – Bei verpflichtenden und freiwilligen Praktika, im Rahmen von Schule oder Studium, sowie Orientierungspraktika
  • Langzeitarbeitslose – Bei Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt (Die ersten 6 Monate fallen nicht unter den gesetzlichen Mindestlohn, sofern der Arbeitnehmer zuvor 12 Monate arbeitslos war)

Der Mindestlohn von 8,50 Euro ist jedoch bei weitem keine fixe Größe: Jährlich wird er durch eine Mindestlohnkommission an den Arbeitsmarkt und die Tarifentwicklungen angepasst. Erstmals zum 1. Januar 2018 entscheidet ein Expertengremium über die Höhe und Zukunft des Mindestlohns. Eine sinnvolle Kontrollmöglichkeit, die auch bei flexiblem Märkten Sicherheit bieten soll. Ob der Mindestlohn sozialen Fortschritt und gerechte Bezahlung für Arbeitnehmer mit sich bringt, oder ob er den Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft stoppt, bleibt abzuwarten.

Nach dem Mindestlohn – Veränderungen in der Zeitarbeit

Bereits der Branchenzuschlag brachte jüngst einen Angleich des Verdienstes von Zeitarbeitnehmern an die Stammbelegschaft. Der Lohn des, über die Zeitarbeit überlassenen, Mitarbeiters steigt stufenweise innerhalb von 9 Monaten an. In Verbindung mit den bereits bestehenden Tarifverträgen in der Zeitarbeit wird Arbeitnehmern eine geregelte Entlohnung geboten. Für Unternehmen bedeutet die Einführung des Mindestlohns vor allem Planungssicherheit und eine klare Kostenstruktur.

Zeitarbeit ist ein Flexibilisierungsinstrument, das es Arbeitgebern ermöglicht Personalengpässe auszugleichen und Auftragsspitzen effektiv zu nutzen. 2,1 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland sind Zeitarbeitskräfte, eine geringe Zahl, die dennoch Großes leistet und zu einem Erfolgsmotor für die Wirtschaft herangewachsen ist. Trotz Tarifverträgen und Mindestlohn streben Arbeitnehmer in der Zeitarbeit nach besseren Aussichten – DAHMEN unterstützt seine Mitarbeiter mit karrierefördernden Qualifizierungen und attraktiven Möglichkeiten der beruflichen Entfaltung. Daraus folgen nicht nur bessere Entlohnung für Arbeitnehmer, sondern stärkere Leistungen für Unternehmen. DAHMEN hat es sich zum Ziel gesetzt Arbeitgeber mit den Mitarbeitern zu versorgen, die perfekt in das Unternehmen und die individuelle Situation passen – Fähigkeit, Erfahrung und Qualifikation sind die Vorteile, die DAHMEN Arbeitnehmern und Arbeitgebern bietet.

Der Mindestlohn ist der nächste Schritt an den sich die Zeitarbeitsbranche anpassen und auf dessen Folgen sie innovativ reagieren muss. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles möchte „Ordnung auf dem Arbeitsmarkt“ schaffen – der gesetzliche Mindestlohn ist nur die erste Stufe auf dem Weg zu diesem Ziel. Strengere Bedingungen für die Zeitarbeit sollen folgen, die den Wert der geleisteten Arbeit besser entlohnen und sozialen Fortschritt anstoßen. Als Personalvermittler heißen wir die Bemühungen der Regierung, einen fairen Arbeitsmarkt zu schaffen, gut, sehen uns aber gleichzeitig mit den Herausforderungen konfrontiert, die diese für Unternehmen bieten.

Mit zukunftsorientierten Lösungsansätzen und Konzepten, die auf Erfahrungswerten beruhen, navigiert DAHMEN Sie durch die neuen Anforderungen, die der gesetzliche Mindestlohn aufstellt. Für alle Fragen zum Thema Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung und arbeiten gemeinsam mit Ihnen an Ihrer Personal- oder Karriereplanung.

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