Leiharbeitsfirma

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Eine Leiharbeitsfirma, auch Zeitarbeitsfirma genannt, ist ein Unternehmen, das im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) Mitarbeiter an andere Unternehmen verleiht. Das Zeitarbeitsunternehmen (Verleiher) ist der Arbeitgeber des Leiharbeiters, der dem Kundenunternehmen (Entleiher) für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt wird. Diese Beziehung zwischen den drei Parteien wird als Dreiecksverhältnis bezeichnet.

Zwischen Leiharbeitsfirma und Leiharbeiter wird ein regulärer Arbeitsvertrag abgeschlossen, der an das deutsche Arbeitsrecht gebunden ist. Dieser enthält unter anderem die gängigen Regelungen zur Kranken-, Renten-, Unfall-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, sowie zum gesetzlichen Kündigungsschutz, bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall. Zwischen Leiharbeitsfirma und Entleiher wird ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag (AÜV) geschlossen. Dieser legt unter anderem fest, welche Tätigkeiten vom Arbeitnehmer über welchen Zeitraum ausgeführt werden sollen und welche beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen er dafür mitbringen muss. Außerdem werden darin die Arbeitsbedingungen und der Stundensatz festgehalten, der jedoch vom Arbeitnehmerlohn abweicht.

Die Leiharbeitsfirma ist, wie jeder Arbeitgeber, für die gesundheitliche und soziale Absicherung des Zeitarbeitnehmers verantwortlich. Über das Weisungsrecht verfügt sie jedoch nicht, denn dieses liegt bei den Verantwortlichen im entleihenden Unternehmen. Die Vergütung erhält der Arbeitnehmer von der Leiharbeitsfirma. Diese stellt auch Arbeitszeugnisse aus, wobei sie, wenn nötig, Nachfragen an den Entleiher stellt, um den Mitarbeiter besser bewerten zu können.

Als Leiharbeitsfirma dürfen nur Unternehmen tätig sein, die über eine Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis verfügen. Diese wird bei der Agentur für Arbeit beantragt. Für die ersten drei Jahre wird die AÜ-Erlaubnis befristet erteilt, danach kann sie unbefristet ausgestellt werden. Verstößt die Leiharbeitsfirma gegen gesetzliche Vorschriften oder erfüllt sie bestimmte Auflagen nicht fristgerecht, kann die Erlaubnis widerrufen werden. Das Unternehmen ist dann nicht länger dazu berechtigt Mitarbeiter an Kundenbetriebe zu verleihen.

 

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