Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch – So dürfen Sie nicht antworten

 in Bewerbertipps

Eine der häufigsten Fragen im Bewerbungsgespräch ist die nach Stärken und Schwächen des Bewerbers. Entweder man soll seine größte Schwäche und Stärke nennen oder jeweils drei Beispiele liefern. Das Gute daran ist, dass man sich gut auf diese Fragen vorbereiten kann. So kann man eine souveräne Antwort liefern und läuft nicht Gefahr, in Floskeln abzurutschen. Die haben Personaler nämlich schon zur Genüge gehört. Stattdessen sollte man ehrlich sein und Schwächen auch zugeben können – Sie sind schließlich auch nur ein Mensch.

Das Vorstellungsgespräch – der erste Persönlichkeitscheck

Im Vorstellungsgespräch will der Personaler herausfinden, aus welchem Holz Sie geschnitzt sind. Das muss er auch – immerhin will er die offene Stelle mit dem Bewerber besetzen, der am besten zu ihr passt. Dafür stellt er auch die Frage nach Stärken und Schwächen. So findet er heraus, ob Sie für die ausgeschriebene Position der richtige Kandidat sind. Denn es zählen nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, sondern natürlich auch Ihr persönliches Profil.

Lächelnde Bewerberin bei erfolgreichem Bewerbungsgespräch

Absolute No-Gos im Vorstellungsgespräch – vielverwendete Floskeln

Viele Bewerber greifen bei der Frage nach den Schwächen auf Floskeln zurück, mit denen sie eigentliche Stärken als Schwächen verkaufen, um sich trotzdem positiv darzustellen. Das sollten Sie unbedingt vermeiden und stattdessen ehrlich bleiben – denn jeder Mensch hat sowohl Stärken als auch Schwächen. Wenn Sie keine Schwächen angeben, wirken Sie unauthentisch und unehrlich.

Vermeiden Sie also unbedingt Antworten, die in folgende Richtung gehen:

  • „Ich bin perfektionistisch.“
  • „Ich weiß nicht, wann Schluss ist und arbeite zu hart.“
  • „Ich bin zu detailverliebt.“
  • „Ich bin oft ungeduldig.“
  • „Ich bin zu ehrgeizig.“
  • „Ich kann nicht Nein sagen.“

Denn solche Floskeln haben Personaler schon zur Genüge gehört und können sie ganz schnell als „Pseudo-Schwächen“ entlarven. Wenn Sie allerdings wirklich perfektionistisch sind und das auch mit Beispielen belegen können, dann können Sie das trotzdem im Vorstellungsgespräch anbringen – allerdings vielleicht eher bei den Stärken.

 

Die richtige Vorbereitung – Stärken-Schwächen-Analyse

Mit der richtigen Vorbereitung vermeiden Sie solche Fehler und können stattdessen mit einer authentischen und ehrlichen Antwort punkten. Am besten machen Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber, welche Stärken und welche Schwächen Sie haben.

Stärken herausfinden

Um Ihre persönlichen Stärken herauszufinden, können Sie zum Beispiel online einen Persönlichkeitstest absolvieren. So finden Sie heraus, was Sie besonders auszeichnet. Aber Vorsicht: Viele Tests sind eher schwammig und ungenau und können nicht wirklich ihre Stärken herausfiltern. Am besten greifen Sie im Internet auf sogenannte DISG-Tests zurück, die kostenlos sind. Sie basieren auf den Grundtypen „Dominanz“, „Initiative“, „Stetigkeit“ und „Gewissenhaftigkeit“. Die Stärken, die daraus abgeleitet werden, passen zueinander und geben so ein stimmiges Gesamtbild ab.

Sie können aber auch Ihre Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen fragen, was sie als Ihre Stärken ansehen. Andere Menschen haben meist nochmal eine ganz andere Sichtweise auf die eigene Persönlichkeit und können deshalb noch einmal ganz andere Anreize liefern.

Schwächen herausarbeiten

Schwächen herauszuarbeiten ist noch einmal schwieriger als die eigenen Stärken. Am besten ist es, Sie schreiben erst einmal alles auf, was Ihnen zu sich selbst einfällt. Dazu können Sie auch Ihre Kollegen oder Ihren Chef fragen.

Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Welche Arbeiten fallen mir besonders schwer?
  • Wofür brauche ich extrem lange?
  • Welche Eigenschaften mag ich selbst an mir nicht?
  • Wie komme ich mit anderen Menschen aus?
  • Welche Kritikpunkte gab es bisher an meiner Arbeit?

Allerdings sollten Sie die herausgefilterten Schwächen nicht einfach zusammenhangslos im Vorstellungsgespräch aufzählen. Filtern Sie stattdessen heraus, welche Ihrer Schwächen in Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle stehen und bringen Sie diese dann im Gespräch an.

 

Mut zur Schwäche

Sie sollten keine Angst davor haben, eine Schwäche auch wirklich zu benennen, denn Personaler wollen eine ehrliche und selbstkritische Antwort erhalten. Das heißt aber nicht, dass Sie diese Schwäche nicht weniger schlimm klingen lassen dürfen, zum Beispiel indem Sie gleich danach eine Stärke anbringen. Denn normalerweise tun Sie ja etwas gegen Ihr Manko und versuchen es irgendwie auszugleichen. Fangen Sie einen Satz also mit einer Schwäche an und beenden Sie ihn mit einer Stärke, zum Beispiel:

„Ich arbeite nicht gerne nach Vorgaben und festen Richtlinien, dafür bin ich dann aber sehr kreativ und kann im Denken völlig neue Wege einschlagen.“

„Ich bin manchmal etwas stur. Das hilft mir allerdings im Job auch dabei, einer Sache beharrlich nachzugehen.“

„Ich bin sehr emotional und nah am Wasser gebaut. Allerdings kann ich mich deshalb auch gut in andere Menschen einfühlen und sie verstehen.“

Mit solchen Sätzen signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sowohl aufrichtig sind als auch sich gut einschätzen können und bereit sind, sich weiterzuentwickeln und an ihren Fehlern zu arbeiten.

 

Mit Authentizität und Ehrlichkeit punkten

Auch bei ihren Stärken sollten Sie ehrlich und selbstkritisch sein. Wenn Sie etwas gut können, dürfen Sie das gerne erwähnen, allerdings sollten Sie nicht prahlen. Sätze wie „Ich bin der Beste, wenn es um Elektronik geht“ sind schlichtweg übertrieben und wirken unauthentisch. Stattdessen sollten Sie auf „Ich habe sehr viel Erfahrung im Umgang mit Elektronik und kann Ihnen gute Ergebnisse liefern“ zurückgreifen.

Bleiben Sie sowohl bei Ihren Stärken als auch Ihren Schwächen ehrlich. Antworten Sie knapp und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Dann fallen Ihre Schwächen gar nicht so arg auf.

Denken Sie auch daran, dass das Vorstellungsgespräch in erster Linie dazu da ist, sich gegenseitig kennenzulernen. Sie als Bewerber haben durchaus auch die Chance, den Personaler nach Stärken und Schwächen des Unternehmens zu fragen oder andere geeignete Fragen zur ausgeschriebenen Position zu stellen.

 

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