Erfolgreiches Recruiting – 8 Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung

 in Arbeitnehmerüberlassung, Employer Branding, Fachkräftemangel, Personalgewinnung, Personalvermittlung, Zeitarbeit

Neue Mitarbeiter zu finden, gehört zu den Aufgaben, vor die jede Unternehmensleitung früher oder später gestellt wird. Sobald nämlich Personal in Rente geht, die Firma wächst oder ein Mitarbeiter aufgrund eines Umzugs den Betrieb verlässt, gibt es vakante Stellen, die es neu zu besetzen gilt. Um möglichst schnell und effizient geeignete Mitarbeiter zu finden, gibt es die unterschiedlichsten Recruiting-Maßnahmen, deren Spanne von dem Anlegen eines Talentpools bis hin zum Heranziehen einer Zeitarbeitsfirma oder Personalvermittlung reicht.

 

Definition: Was bedeutet „Recruiting“?

„Recruiting“ ist nur ein anderer, modernerer Begriff für „Personalbeschaffung“. Es geht darum, geeignete Kandidaten für eine freie Stelle in seinem Unternehmen zu suchen und zu finden. Heutzutage läuft dies in den meisten Fällen online ab. Nnur noch 20,7 Prozent der Bewerber nutzen Printmedien wie Zeitungen oder Fachzeitschriften. Mehr als die Hälfte aber sucht ihr berufliches Glück bei Online-Jobbörsen wie z.B. Indeed.

Dementsprechend ist in der heutigen Zeit „e-Recruiting“ oder „Online-Recruiting“ das Mittel der Wahl, um effektiv sowie ohne großen zeitlichen oder finanziellen Aufwand neue Mitarbeiter zu werben. Doch die Konkurrenz ist groß und die Ansprüche der Arbeitnehmer steigen. Gerade im Kampf um Fachkräfte herrscht ein Bewerbermarkt, bei dem sich Unternehmen durch eine positive Darstellung (Employer Branding) durchsetzen müssen.

Wie läuft der Recruiting-Prozess ab?

Recruiting ist ein vielschichtiges Vorhaben, das in fünf Schritte zu gliedern ist:

  1. Zunächst wird das Anforderungsprofil der vakanten Stelle ermittelt, um anschließend eine möglichst präzise Stellenausschreibung zu verfassen.
  2. Danach begibt man sich entweder firmenintern oder -extern auf Kandidatensuche. (Externes vs. internes Recruiting)
  3. Im Anschluss werden die eingegangenen Bewerbungen samt Bewerber geprüft, um sich alsdann für einen geeigneten Kandidaten zu entscheiden.
  4. Ist der Entschluss gefasst, wird dem vielversprechendsten Bewerber ein Jobangebot unterbreitet, welches dieser im Idealfall annimmt.
  5. Zu guter Letzt erfolgt nach der offiziellen Einstellung die Integration des neuen Mitarbeiters in das Unternehmen und seine Strukturen. Dabei kann es genauso oder sogar deutlich aufwendiger sein, den gewonnen Mitarbeiter langfristig zu begeistern und zu halten.

 

Um diesen Prozess möglichst zeit- und kosteneffizient zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung. Zunächst ist interessant, wo nach neuem Personal gesucht werden kann.

 

Externes vs. internes Recruiting

Innerhalb der Personalbeschaffung gibt es zwei Möglichkeiten, freie Stellen zu besetzen. Einerseits kann man innerhalb des Betriebes nach geeigneten Kandidaten Ausschau halten, andererseits – sollte zum Beispiel ein Mitarbeitermangel aufgrund von Expansion herrschen oder kein Mitarbeiter in seiner Stellung abkömmlich sein – ist es von Nöten, außerhalb des eigenen Betriebs nach passendem Personal zu suchen. Beide Formen des Recruitings bieten unterschiedlichste Methoden und Möglichkeiten.

 

Internes Recruiting: Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung

Will man innerhalb des Betriebes einen Nachfolger für eine freie Stelle bestimmen, kann dies über drei Wege funktionieren:

 

  1. Innerbetriebliche Stellenausschreibungen via Intranet, firmeninterner Newsletter oder Firmenzeitschriften
    Hierbei kann man sich zusätzlich des Prinzips „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ bedienen, bei dem bereits eingestelltes Personal geeignete Kandidaten aus ihrem persönlichen Umfeld für die unbesetzte Position empfehlen.
  2. Personalentwicklung
    Mithilfe von Weiterbildungs- und Fördermaßnahmen können geeignete Nachfolger für Stellen, deren Vakanz absehbar oder planbar ist, mit den erforderlichen Fähig- und Fertigkeiten ausgestattet werden, um die Position – sobald nötig – innerhalb eines fließenden Wechsels zu übernehmen.
  3. Versetzung/ Implacement

Mitarbeiter, die vorher in anderer Position innerhalb des Unternehmens gearbeitet haben, werden aufgrund ihrer passenden Qualifikationen für die unbesetzte Stelle ausgewählt und dorthin versetzt oder befördert.

 

Externes Recruiting: Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung

Beim externen Recruiting geht es darum, Aufmerksamkeit außerhalb des eigenen Unternehmens zu generieren. Dies können Betriebe entweder passiv oder aktiv angehen. Abhängig ist die Wahl des Vorgehens unter anderem von Größe und Dringlichkeit des Personalbedarfs sowie vom finanziellen Budget.

 

Passives Recruiting

Das passive Recruiting basiert auf dem Kerngedanken, aus einem bereits bestehenden Fundus an potenziellen Bewerbern und Interessierten zu schöpfen, sobald Bedarf an neuen Mitarbeitern besteht. Formen dieser Art der Mitarbeitergewinnung sind dementsprechend das Anlegen und Pflegen eines sogenannten Talentpools und das Sammeln und Heranziehen von Initiativbewerbungen. Damit passives Recruiting überhaupt erst möglich wird, muss zuvor ein erfolgreiches Employer-Branding sicherstellen, dass eine starke und attraktive Arbeitgebermarke existiert, die es für Fachkräfte und vielversprechende Talente interessant macht, in diesem Unternehmen zu arbeiten.

 

Aktives Recruitment

Besitzt man als Firma jedoch (noch) keine Mittel des passiven Mitarbeiterwerbens oder findet mithilfe der oben beschriebenen Vorgehensweisen nicht den geeigneten Kandidaten, bieten sich auch im aktiven Bereich die mannigfaltigsten Möglichkeiten, neues Personal zu gewinnen: Von Stellenausschreibungen auf Jobbörsen oder Firmenwebsites, über die Nutzung von Social Media oder dem Besuch von Karrieremessen, bis hin zur Inanspruchnahme von Personalvermittlungen oder Zeitarbeitsfirmen ist hier alles möglich – wichtig ist nur, dass weder zu viel Geld noch Zeit verschwendet werden.

 

Jobbörsen

Wie zu Anfang bereits angesprochen sind Jobbörsen immer noch das populärste Medium, um sich auf freie Stellen zu bewerben. 35,6 Prozent der Neueinstellungen 2018 beruhten auf Bewerbungen, die über Internetstellenbörsen eingegangen sind. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Zahl der spezifischen Onlineangebote wider: Ganze 1.500 verschiedene Websites locken mit der Aussicht auf den Traumjob. Eine Stellenanzeige auf einer der populäreren Online-Jobbörsen zu schalten, kann aber für Unternehmen recht teuer werden. Interessante Alternativen hierzu bilden unter anderem die Verlagerung der Ausschreibung der vakanten Stelle auf die eigene Unternehmenswebsite oder die Arbeit mit einer Personalvermittlung.

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Tipp: Personalvermittler und Zeitarbeitsfirmen ermöglichen oft ein sogenanntes Multi-Channel-Posting. Dabei werden Stellenanzeigen auf diversen Kanälen gleichzeitig veröffentlicht, um die Reichweite zu maximieren. Die intelligente Auswahl der Kanäle, um die passende Zielgruppe zu erreichen ist entscheidend. Zudem haben Personaldienstleister zumeist die Möglichkeit Stellenangebote in den verschiedenen Portalen zu günstigeren Konditionen zu schalten. Dies kann so auch dem Arbeitgeber Geld sparen.

 

Personalvermittlungen

Wenn Zeitdruck und/oder Handlungszwang besonders groß sind, weil zum Beispiel sehr spezifische Fachkräfte oder viele Mitarbeiter auf einmal gesucht werden oder aufgrund anhaltender Expansion dauerhaft neues Personal benötigt wird, kann es sich lohnen, eine Personalvermittlung zu beauftragen. Diese übernimmt dann entweder vollkommen oder teilweise den Recruitingprozess und sorgt mit ihrem professionellen Know-how für eine schnelle und passende Besetzung der vakanten Stellen. Diese Methode spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld und ist dementsprechend für kleine Unternehmen ohne HR-Abteilung interessant.

Mittlerweile gibt es im Rahmen der Personalvermittlung viele weitere Spielarten, die für die individuelle Situation sinnvoll sind wie z. B. Recruitment Process Outsourcing oder Rent-a-Recruiter.

 

Recruiting-Veranstaltungen

Um insbesondere Young Professionals und Hochschulabsolventen zu werben, bieten sich Karriere- und Unternehmensmessen an, auf denen sich Betriebe präsentieren und erste Kontakte mit jungen, zukünftigen Arbeitnehmern knüpfen können. Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in diesem Bereich so weit fortgeschritten, dass solche Events nicht mehr nur in großen Hallen stattfinden, sondern ebenfalls mitten im Internet. Sogenannte „virtuelle“ Karrieremessen bestechen vor allem durch ihren geringen zeitlichen und finanziellen Aufwand und ihre überregionale Reichweite.

 

Social Recruiting

Momentan finden zwar nur 0,8 Prozent der Arbeitnehmer über die sozialen Onlinemedien einen Job, jedoch ist Social Recruiting stark im Kommen. Mithilfe von Jobposts kann man auch hier auf sich und sein Unternehmen aufmerksam machen. Über das Posten von Stellenanzeigen hinaus können sich Unternehmen natürlich auch aktiv auf die Suche nach vielversprechenden Kandidaten innerhalb der sozialen Netzwerke begeben (Active Sourcing). Die Nachrichtenfunktion der einzelnen Netzwerke ermöglicht sogar eine direkte Kontaktaufnahme und erleichtert den Schriftverkehr.

 

Unternehmens- und Karrierewebsites

Neben den Online-Jobbörsen werden auch die Websites von Unternehmen beziehunsgweise ihre speziellen Karrierewebsites häufig geklickt – 27,7 Prozent der neueingestellten Mitarbeiter haben letztes Jahr so ihren Weg in die Unternehmen gefunden. Dementsprechend bietet es sich an, auch auf der eigenen Website Stellenausschreibungen zu veröffentlichen. Pflicht bei dieser Variante der Mitarbeitergewinnung ist es aber, einen stets aktuellen und insbesondere attraktiven Internetauftritt zu besitzen, um Interessenten anzulocken und zu behalten. Die Optimierung der eigenen Website für mobile Endgeräte ist Pflicht, da vier von fünf Fachkräften angeben, über das Smartphone nach Jobs zu suchen.

 

Zeitarbeitsfirmen

Zeitarbeitsfirmen sind für diejenigen Unternehmen interessant, die zwar momentan auf der Suche nach Personal sind, aber dieses nicht für einen längeren Zeitraum benötigen, sondern zum Beispiel nur um einen temporären Engpass zu überwinden. Der größte Vorteil an der Zusammenarbeit mit einer Zeitarbeitsfirma ist der, dass bereits vorausgewählte und auf die Stellenausschreibung passende Mitarbeiter geschickt werden, die jedoch keinen zusätzlichen bürokratischen Aufwand bedeuten. Der Arbeitsvertrag des „geliehenen“ Arbeitnehmers ist nämlich nicht mit dem „Entleiher“-Unternehmen geschlossen, sondern mit der Zeitarbeitsfirma. Auch diese Variante des Recruitings spart Zeit sowie Geld und bietet schnelle Hilfe bei akutem Personalmangel.

 

Fazit- Recruting 2019

Das Werben und Gewinnen neuer Mitarbeiter besitzt in heutiger Zeit viele Gesichter, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die mannigfaltigen Möglichkeiten, die das moderne Recruiting im Gegensatz zur traditionellen Personalbeschaffung bietet, offerieren für die unterschiedlichsten Unternehmen viele verschiedene Lösungsansätze und Erfolgsaussichten. Insbesondere die Arbeit mit Zeitarbeitsfirmen und Personalvermittlungen können den Recruitingprozess stark vereinfachen. Aber auch die Nutzung von Social Media und virtuellen Karrieremessen bieten ein ganz neues Feld an Chancen und Potentialen, das nur darauf wartet, erschlossen zu werden.

 

Als ganzheitlicher Personaldienstleister bietet DAHMEN Ihnen viele innovative Lösungen, um Sie beim Recruiting zu unterstützen oder übernimmt dieses gerne für Sie. Gerne können Sie uns bei einem kostenfreien Beratungsgespräch kennenlernen.

 

 

 

 

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